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Ein Aktien-Lehrstück - Streit um Mietkaution

Ein Aktien-Lehrstück - Streit um Mietkaution: Wie (dank Aktien) aus 409 Euro rund 115.000 Euro wurden.

Ende Juli 2022 sorgte ein Prozess um die Rückgabe einer Mietkaution für Schlagzeilen.

Ein Ehepaar hatte im Jahr 1960 eine Wohnung in Köln gemietet und dafür eine Kaution in Höhe von 800 Mark gezahlt. Der Vermieter – eine Wohnungsgesellschaft – hatte sich im Mietvertrag das Recht vorbehalten, die Kaution in Aktien anzulegen. Davon machte das Unternehmen auch tatsächlich Gebrauch.

Im Jahr 2018 endete der inzwischen 58 Jahre alte Mietvertrag, nachdem beide Eheleute verstorben waren.

Daraufhin forderte die Tochter als Erbin die Rückgabe der Kaution in Aktien, was die Wohnungsgesellschaft ablehnte. Sie berief sich auf den Mietvertrag und zahlte statt des bis dato erzielten Aktienkursgewinns von 115.000 Euro nur 409.03 Euro, was den ursprünglichen 800 Mark entsprach.

Daraufhin klagte die Frau – und bekam Recht.

Die Mietkaution wird zwar in den meisten Fällen einfach auf einem Sparkonto „deponiert“ – doch auch eine Anlage in Aktien ist rechtlich möglich. In Zeiten niedriger Zinsen ist dies sogar eine besonders attraktive Option, die der visionäre Vermieter in Köln bereits 1960 erkannt hat.

Nun ist die glückliche Erbin um 115.000 Euro reicher und hat ihre persönliche „Aktienlektion“ vermutlich gelernt:

Aktien sind eine alternativlose Anlageform, die sich vor allem über einen längeren Zeitraum „bezahlt macht“, da Bärenmarktphasen wie z.B. die Ölkrise in den 1970er-Jahren, das Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre oder die Finanzmarkt-Krise 2008/2009 durch darauffolgende Haussen mehr als kompensiert wurden.

Der Prozess rund um die Kölner Mietkaution sollte deshalb ein kleines „Lehrstück“ für Sparer sein, die Aktien trotz der langfristig positiven Rendite-Bilanz immer noch für Spekulationsobjekte halten. Dabei geht Geldverdienen an der Börse ganz einfach:
mit Ausdauer und einem gut strukturierten Portfolio.

Markus Schmidhuber

Quelle: Aktien-Ausblick, gelesen in Geldbrief

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