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Der Wutbürger

Ein neuer Zeitgenosse ist dabei, Formen anzunehmen. Der Wutbürger! Er/sie ist ein Angehöriger des Mittelstandes, der „mit der bürgerlichen Tradition“ gebrochen und der Politik die Gefolgschaft aufgekündigt habe. Positiver formuliert, wohl ein Mensch, der sich enttäuscht Neuem zuwendet.

2012 wurde das Jahr der Wutbürger, denn die Wut der Menschen ist groß. Die Unmut äußert sich allenthalben. Mittlerweile haben es viele verstanden, dass unser einst hochgelobtes Sozialsystem nicht mehr dazu da ist, Geldmittel von reich nach arm zu verschieben, sondern dass hemmungslos in die Taschen aller gegriffen wird, um ein irrwitziges Finanzsystem und eine enthemmte Wirtschaft am Leben zu erhalten.

Es ist an der Zeit dieser Wut nicht nur Raum in den Medien zu geben, sondern diese Wut in konstruktive Kanäle zu lenken, hin, etwas Neues zu schaffen.

Der Protest ist längst in der Mitte angekommen, durch die geringe Unterstützung der etablierten Medien verläuft er aber schaumgebremst. Aber allein die Auftritte beliebter Politkabarettisten wie Roland Düringer oder Erwin Pelzig weisen auf eine latente Unzufriedenheit hin. Hier die schönsten Kabarettauftritte mit den besten Aussagen. Erwin Pelzig hielt eine fast legendäre Wutrede mit vielen bitterbösen und wahren Fragen: http://www.youtube.com/watch?v=gSQdRfySZXY.

Die besten Fragen kurz aufgeschrieben zum Selberbeantworten:

  • Warum haben die Banken keine Verpflichtung für das Allgemeinwohl? laut Chef von Goldman Sachs Deutschland (aber die Allgemeinheit hat sehr wohl eine Verpflichtung gegenüber den Banken zu zeigen!).
  • Was ist aus den 4.000 Mrd. Dollar an Ausgaben gegen den Terrorismus nach dem 11.09. geworden, wer hat die eingenommen?
  • Warum nimmt man das Geld den vielen ab, die nichts haben und nicht jenen wenigen, die viel haben?
  • Warum muss eine Demokratie marktkonform sein? oder wäre ein demokratiekonformer Markt besser?
  • Warum gibt es im dt. Fernsehen nicht eine Sendung für Millionen Burnout-Gefährdeter oder Raucher, statt dessen eine Dauerbeschallung mit Aktienkursen für eine Minderheit an Aktienbesitzern? 
  • Warum kann die Börse meine Existenz gefährden, obwohl ich keine Aktien habe?
  • Was ist der Unterschied zwischen einem jugendlichen Plünderer und den Gewinnzielen der Deutschen Bank?
Auch sehr schön die Wutrede des in Österreich sehr bekannten Roland Düringer: http://www.youtube.com/watch?v=zfclpHQ4c8Y 

Auch hier ein paar Textpassagen:

  • Wir sind all jene Systemtrotteln, die es satt haben im Hamsterrad zu laufen.
  • Wir sind wütend, [...] weil keiner unserer Politiker [...] die Eier hat, uns [...] die Wahrheit zu sagen, dass uns das Wasser schön langsam bis zum Hals steht und alle Systeme in einem künstlichen Wachkoma gehalten werden.
  • Wir sind wütend, weil diese Politmarionetten [...] ihre Aufgabe vergessen haben, nämlich uns der Gemeinschaft zu dienen und nicht gemeinsam mit Banken und Konzernen über das Volk zu herrschen.
  • Wir sind wütend, weil es in diesem Land keine Pressefreiheit gibt und wir von abhängigen Medien entweder mit geistigem Müll oder mit Falschinformation zugeschissen werden.
  • Wir sind wütend, weil unsere Kinder kein Bildungssystem, sondern ein Ausbildungssystem haben. Und dieses Ausbildungssystem wird sie genau in die selben Hamsterräder hineintreiben, in denen wir schon atemlos dem Herzkasperl entgegenhurteln.
  • Wir sind wütend, weil wir nicht am Ende unserer Tage an Maschinen angeschlossen, vergiftet dahin vegetieren, um der Pharmaindustrie und dem Bruttoinlandsprodukt zu dienen.
  • Wir sind nicht mehr die, die ihre Stimmen in Urnen werfen werden, wir werden sie behalten, um damit schreien zu können.

Immer sehenswert:
Georg Schramm: http://www.youtube.com/watch?v=IprS6CNPjr8
Konstantin Wecker
: Empört euch
Und das Buch zur Problematik: Vom Systemtrottel zum Wutbürger, Schulak/Taghizadegan

Quelle: Der Knauserer, http://www.derknauserer.at/
© Copyright: Roland Benn, BIG BENN BOOKS
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