Seychellen – die idealen Inseln, wenn Sie bei einem Luxus-Urlaub auch gleich Ihre steuerlichen Dinge erledigen wollen
Leseprobe aus "Leben im Ausland", Ausgabe Januar 2020:
Traumstrände,
coole Menschen und 26 bis 30 Grad das ganze Jahr über: Wäre das nichts
für Sie? Ist es Zufall, dass Europäer, die die halbe Welt auf der Suche
nach dem schönsten Land zum Leben bereisen, immer wieder auf den
Seychellen hängen bleiben?
So wie Karl Schnürch, mit dem ich mich ausführlich per Skype
unterhalten habe? Als sich der Vorstand zweier Aktiengesellschaften im
Stuttgarter Raum mit 40 zum Ausstieg entschloss, sah er sich fast jedes
Land an, das einen guten Ruf hatte. Er entschloss sich für die
Seychellen, die er vorher gar nicht wirklich auf seiner Liste hatte.
Aber als er hinkam, blieb er gleich dort. Seit über 10 Jahren lebt er
jetzt in Victoria auf Mahé. Er ist seit neun Jahren verheiratet, hat
eine Tochter mit acht Jahren und ist rundum zufrieden.
Eigentlich hat er nur eine Warnung: Das Leben ist nicht ganz billig
dort. Für Rentner, die mit ihren Almosen vom deutschen Staat nicht bis
ans Ende des Monats kommen, sind diese schönen Inseln im Indischen
Ozeandefinitiv nicht die Lösung. Rechnen Sie mit 3.000 bis 5.000 Euro
im Monat, wenn Sie komfortabel leben wollen, rät Schnürch. Natürlich
geht es auch billiger, wenn einer aufs Geld sieht oder sehen muss –
aber als Untergrenze sollten Sie sich auf laufende Kosten von 2.000
Euro im Monat einstellen, warnt er.
Was tun auf den
Seychellen? Da liegt es nahe, sich irgendwie im Tourismus zu betätigen,
die wohl mit Abstand wichtigste Branche auf den Inseln mit vielfältigen
Möglichkeiten. Er selbst hat sich für eine andere Boombranche
entschieden: Karl Schnürch ist auch auf den Seychellen wieder als
Unternehmer tätig und gründet Offshore Firmen, die hier noch für
relativ wenig Geld zu haben sind.
Bei Thema Offshore denkt ja jeder zuerst an Panama und Belize, und
vielleicht noch an die Bahamas oder Virgin Islands. Aber Panama ist
seit den Panama Papers ein heißes Eisen, Belize durch neue
Komplikationen uninteressant geworden, Bahamas und Virgin Islands
ziemlich teuer. Mit dem Erfolg, dass auf Mahé heute 1.000 bis 1.500
Firmen gegründet werden – pro Monat! Den Kuchen teilen sich 50 Agenten,
und Karl Schnürch ist einer davon. Und wie ist das genau mit den
Offshore-Firmen der Seychellen?
Wählen Sie die Seychellen, wenn Sie eine klassische Offshore-Firma wollen
Auf den Seychellen gibt es heute noch die typische International
Business Company (IBC), die nur außerhalb des Landes Geschäfte machen
darf und auf ihre Gewinne im eigenen Land keine Steuern zahlt. Im
Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die solche Firmen anbieten, dürfen
hier auch Bewohner der Seychellen solche Gesellschaften gründen und
steuerfrei nutzen, solange sie auf den Inseln selbst nicht tätig
werden. In der Regel ist es freilich so, dass Besitzer solcher Firmen
im Ausland leben. Der Vorgang so einer Gründung gehe übrigens in 24 bis
72 Stunden über die Bühne, wenn erst mal alle Einzelheiten abgesprochen
sind und der Name bestätigt ist.
Firmen mit Aktivitäten im Land zahlen auf den Seychellen Steuern in
erträglicher Höhe. Bei Gewinnen bis 65.000 Rupien, etwa 4.500 Euro,
werden freundliche 5 Prozent für das Finanzamt fällig.
Eine Seychellen-Company ist preiswert, diskret und konform mit der OECD
Karl Schnürch berechnet für die Gründung einer Seychellen-IBC einen
Komplettpreis von 1.399 Euro. Die Kosten für die Folgejahre sind
gestaffelt von 1.160 Euro im zweiten Jahr bis 750 Euro ab dem sechsten
Jahr. Wenn Sie aus Gründen der Diskretion einen Direktor wollen, kommen
weitere 399 Euro im Jahr dazu. Alle Details finden Sie auf der Seite https://offshore.sc/.
Karl Schnürch stellt zwei Punkte heraus:
- Weil bei
einer Seychellen-IBC Ausländer keine Vorteile vor Einheimischen haben,
handelt diese Gesellschaft im Einklang mit FATF und OECD. Dort stehe
sie auf der weißen Liste, weshalb Rechnungen solcher Firmen
international allgemein anerkannt werden und es auch kein großes
Problem darstellt, ein Konto im Ausland zu eröffnen. Ein solches Konto
brauchen Sie, denn seit 2015 eröffnen Banken auf den Seychellen keine
Konten mehr für Offshore-Firmen. Karl Schnürch warnt davor, für die
Hilfe bei der Kontoeröffnung Geld auszugeben, weil Sie das auch allein
hinkriegen. Sollten Sie keine Bank finden, dann auf jeden Fall ein
FinTech, sagt er und nennt als Beispiele Revolut, Paysera, Mistertango, Euro Pacific Bank und die Schaffhauser Kantonal Bank.
- Punkt 2
betrifft die Diskretion. Die Seychellen haben zwar den Automatischen
Austausch von Konto-Informationen der OECD unterschrieben, was aber nur
Konten betrifft, und nicht Firmen. Das Gesellschaftsregister der
Seychellen sei nicht öffentlich einsehbar, und der wirtschaftlich
Berechtigte sei darin ohnehin nicht genannt. Die Seychellen würden nur
Auskunft erteilen, wenn es um wirklich schwere Verbrechen geht. In so
einem Fall müsste die Polizei beim Gründungsagenten ermitteln, wer der
eigentliche Inhaber ist – was bei ihm noch nie vorgekommen sei.
Eine Mailbox-Adresse in Mahé kriegen Sie ab 199 Euro im Jahr
Trotz dieser in der heutigen Zeit hohen Diskretion rät Schnürch davon
ab, und sagt das auch potenziellen Gründern – mit Wohnsitz und
Steuerpflicht in Deutschland über eine Seychellen-IBC illegal Steuern
zu hinterziehen. Überhaupt, sagt er, sei das Thema Steuern für immer
weniger Gründer der Hauptgrund. Inhaber solcher Offshore-IBCs seien
heute in erster Linie Perpetual Traveller oder digitale Nomaden, die
nirgends steuerpflichtig sind und irgendwo eine geschäftliche Basis
brauchen, und denen es oft um Urheberrechte, Asset-Management,
Vermeidung von Haftung, Registrierung von Yachten oder um Schutz vor
Abmahnungen gehe.
In den meisten Fällen ist es mit den o.g. Kosten für Ihre
Seychellen-Firma getan. Sollten Sie dafür allerdings eine Adresse auf
den Inseln wünschen, mit Postanschrift in Victoria auf Mahé, eigener
Domain und Email-Box, bei Bedarf Scannen der Post und Nachsenden, so
kriegen Sie das bei Karl Schnürchs Service & Consulting Limited ab
199 Euro im Jahr. Alle Details dazu finden Sie auf der Webseite https://post.sc/.
Sauberes Wasser und gute Luft: keine Industrie im Umkreis von 1.500 Kilometer
Soweit das Thema, was Karl Schnürch für Sie und Ihre internationalen
Geschäfte tun kann. Aber was genau hat ihn eigentlich dazu bewogen,
nach Reisen in die Schweiz und nach Singapur, durch Spanien,
Indonesien, Südamerika, Kanada, Südafrika und Lagos in Nigeria gleich
beim ersten Besuch auf den Seychellen zu bleiben?
Diese Inseln und speziell Mahé bieten einfach alles, was er sich von
seinem neuen Land wünschte, sagt er und schwärmt von den angenehmen
Menschen dort und der Mischung vieler Rassen und Religionen, die ohne
Streit, Ärger oder Rassismus auf einer kleinen Insel von 28 Kilometer
Länge und 8 Kilometer Breite – etwa halb so groß wie Ibiza –
zusammen leben. Dazu die üppige Vegetation der Tropen, das nie kalte
und nicht zu heiße Klima, die gute Luft und das warme, absolut saubere
Meer, weil es im Umkreis von 1.500 Kilometer keine Industrie gibt.
Ideal ist für ihn auch die Lage der 30 bewohnten und 120 unbewohnten Inseln mitten im Indischen Ozean.
Da
ist er in zwei Stunden in Mauritius, in vier auf den Malediven, in
Südafrika, Sri Lanka oder Dubai und in sechs Stunden in Hongkong. Wenn
Sie zum ersten Mal auf die Seychellen fliegen, empfiehlt er vor allem
Süddeutschen den 9-Stunden-Flug für etwa 1.000 Franken ab Zürich mit Edelweiss Air, einer Tochter der Swiss, die wiederum zur Lufthansa-Gruppe gehört.
Die Regierung fördert Elektroautos – mit Strom vom Diesel-Generator
Natürlich gebe es auf den Seychellen auch Nachteile, aber die hält Karl
Schnürch im Vergleich zu den guten Seiten für unwesentlich. Größtes
Problem seien die hohen Preise, weil fast alles importiert werden muss.
Freilich trägt auch die früher kommunistische und heute sozialistische
Regierung der ehemaligen Einheitspartei Seychelles People’s Progressive
Front (SPPF) dazu bei, wenn sie z.B. auf Autos je nach Hubraum 50 bis
100% Zoll und Steuern kassiert. Was von der Qualität dieser Regierung
zu halten ist, zeigt u.a. die Tatsache, dass sie zur Förderung von
Klima und Umwelt Elektroautos und Hybridmodelle mit reduzierten Zöllen
von 15% fördert. Schließlich kommt ja der Strom aus der Steckdose.
Interessant ist nur, wie er da reinkommt: Vor allem durch
Diesel-Generatoren – denn Windräder gibt es (zum Glück) wenige, und die
hier sinnvolle Solarenergie steckt noch in den Kinderschuhen.
Von geschäftlichen Aktivitäten auf den Inseln hält Karl Schnürch eher
nicht so viel. Möglichkeiten wären Farmen und Landwirtschaft, Fischerei
oder die IT-Branche. Wer es versuchen will und dafür Geld und eine Idee
hat, wendet sich an das Seychelles Investment Bureau oder das Seychelles Investment Board.
Viele probieren es und wenige schaffen es, so Schnürchs Eindruck – so
wie sie überhaupt die Deutschen an den Fingern zweier Hände abzählen
können, die längerfristig auf Mahé leben. „Nach zwei bis fünf Jahren
sind 90% wieder weg“, hat Schnürch beobachtet. Zwar kämen immer wieder
ältere Leute mit genug Geld, aber sie schaffen es selten, sich
menschlich zu integrieren. Er selbst hatte damit kein Problem. Er
interessierte sich von Anfang an für die heimische Mentalität und ist
jetzt durch seine Frau Teil einer Familie mit über hundert Menschen.
Interesse an den Seychellen? Fliegen Sie einfach mal hin. Reisen Sie
als Urlauber ein und bleiben Sie 90 Tage. Das können Sie drei Mal
verlängern, für 300 Euro je 90 Tage. Nach einem Jahr werden Sie ja
wissen, ob diese Inseln das Richtige für Sie sind. Wenn ja, können Sie
sich einen Job im Tourismus suchen. Das geht ein oder zwei Jahre lang,
und der Arbeitgeber kümmert sich um die Papiere.
Teure 10.000 Euro für Ihre Aufenthalts-Papiere – ohne zu wissen, für wie lange
Wenn Sie das selber in die Hand nehmen, wird es richtig teuer. Für ein
Resident Permit kassiert die Regierung über 10.000 Euro – und der Witz
dabei ist, dass Ihnen vorher keiner sagt, wie lange diese
Aufenthaltserlaubnis dann gilt. Untergrenze ist ein Jahr und Obergrenze
sind fünf Jahre. Wie viel für Sie drin ist, ist reine Willkür. Um sowas
zu machen, muss einer schon außerordentlich begeistert sein vom Leben
auf den Seychellen. Hier die exakten Regeln von der Webseite der Regierung:
- Eine
Aufenthalts-Erlaubnis erhält, wer eine Familie auf oder häusliche
Beziehungen zu den Seychellen hat oder nach Möglichkeiten sucht, zum
wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Leben beizutragen. Es
erlaubt nicht die Aufnahme von Arbeit.
- Der Inhaber muss mindestens 5 Tage im Jahr auf den Seychellen verbringen. Er braucht:
- Eine Bankgarantie über mindestens 20.000 Rupien (1.428 Euro) mit Abbuchungserlaubnis im Fall eventueller Kosten.
- Der Inhaber hat kein Anrecht auf kostenlose medizinische Leistungen.
- Das Permit
kostet 150.000 Rupien (10.714 Euro) plus 75.000 Rupien für den
Ehepartner plus 25.000 Rupien für jedes Kind plus 1.000 Rupien (71
Euro) Bearbeitungsgebühr für jede Person.
Was Sie für Ihren ersten Aufenthalt auf Mahé wissen sollten…
Die
nach Mahé größten Inseln sind Praslin (38 qkm) und La Dique (10 qkm).
Bewohnt und von Urlaubern besucht sind vor allem die Inner Islands, die
bis zu 900 Meter aus dem Meer ragen. Aber die Seychellen sind natürlich
nicht für ihre Berge oder Regenwälder berühmt, sondern wegen der
Strände und Unterwasserwelt. Die schönsten:
- Beau Vallon
Beach: Beliebtester Strand der Insel, mit dem Auto von Victoria nach
Nordwesten. Vier Kilometer flacher Sandstrand, ideal für schlechte
Schwimmer und Kinder. Wer den Strand liebt, bucht im Berjaya Beau Vallon Bay ein Zimmer ab 150 Euro.
- Northolme: 10
Autominuten von Victoria liegt der kleine, früher ruhige Strand am
Hilton, der vor allem bei Schnorchlern beliebt ist.
- Anse
Intendanse: Der Traumstrand im Süden beim Quatre Bornes ist Ziel einer
auf den letzten Kilometern sehr schönen Fahrt. Früher fast
menschenleer, heute machen sich immer mehr auf den Weg. Im Sommer soll
das Schwimmen hier riskant sein. Nächstes Hotel ist The Banyan Tree mit Zimmern ab 860 Euro, wenn Sie 45 Tage vorher buchen.
- Drei weitere schöne Strände im Süden sind Anse à la Mouche, Anse Soleil und Bale Lazara.
Warum Seychellen? Einige praktische Fakten, was Sie heute erwartet
Die Menschen auf Mahé sind überaus freundlich. Untereinander sprechen
sie meist Kreolisch. Aber auch Englisch ist Amtssprache und wird
überall verstanden.
Die Sicherheitslage ist besser als in Mitteleuropa; es gibt deutlich weniger Kriminalität.
Die ärztliche Versorgung ist gut und für Einheimische kostenlos. In Victoria gibt es sogar ein Universitätskrankenhaus.
Zwischen den bewohnten Inseln gibt es regelmäßige Inlandsflüge und
Fähren. Die Fahrt mit der Passagierfähre nach Praslin dauert fast drei
Stunden. Von Praslin nach La Digue geht es in 30 Minuten.
Währung ist die Seychellen Rupie oder kurz SCR, die seit 2008 frei auf
dem Devisenmarkt handelbar ist. Rücktausch von Rupien in Euro ist immer
mit Wechselverlust verbunden. Geldautomaten für Visa oder Mastercard
gibt es überall – allein im Wartebereich vor dem Flughafen Victoria
gibt es vier – aber Bargeld per Kreditkarte kostet ziemlich hohe
Gebühren.
Bei Barclays können Sie bis 10.000 Rupien eintauschen, etwa 715 Euro.
Gerne werden als Bezahlung auch Euro und Dollar in bar akzeptiert. Der
Kurs bei Kartenzahlung schwankt täglich. Die Kurse bei den
Geldwechslern auf der Straße sind schlechter.
Preise, Straßenverkehr und gute Hotel-Adressen auf Mahé, Praslin und La Dique
- Die Kosten fürs tägliche Leben sind gut 20% höher als in Deutschland. Qualität und Verfügbarkeit von Lebensmitteln sehr gut.
- Taxis oder
Bootsausflüge sind sehr teuer. Unbedingt handeln! Fahren mit dem Bus
kostet nur ein paar Rupien pro Fahrt. Busse fahren meist jede Stunde.
- SIM-Karten
gibt es z.B. bei Cable & Wireless. Wenn Sie eine kaufen, müssen Sie
sich ausweisen. Internet in den Hotels ist schneller als übliche
deutsche Anschlüsse. Elektronik aller Art gibt es in guter Auswahl.
- Die Straßen
sind in gutem Zustand, aber oft eng und an beiden Seiten durch steile
Betongräben begrenzt. Öffentliche Parkplätze sind rar. Das Speedlimit
von meistens 40 km/h wird von Einheimischen nicht ausgereizt. Bei
zügiger Fahrweise kommen Sie mit 30 km/h voran: bei dem Tempo kommen
Sie auch mit dem Linksverkehr zurecht. Um Victoria herum ist der
Verkehr dicht.
- Mietwagen
machen zur Erkundung von Mahé Sinn, oder wenn Sie mit der Gegend um Ihr
Hotel unzufrieden sind. Leihautos kommen meistens aus Asien und kosten
ab 40 Euro pro Tag, aber kleine Wagen sind oft nicht verfügbar. Auf
Praslin reicht der Bus oder ein Fahrrad. Auf La Dique gehen Sie zu Fuß
oder mieten ein Rad ab 5 Euro pro Tag.
- Der Tourismus
spielt sich in der Regel in teuren und guten Hotels ab. Gute
Erfahrungen machte Leser Peter W. im H-Resort und Kempinski auf Mahé,
Le Duc de Praslin aus Praslin und Domaine de la Orangerie auf La Dique.
Für Reisende mit Kindern oder Gruppen lohnen sich womöglich auch
Ferienwohnungen ab 70 Euro.
Seychellen vom Feinsten: Ihre Luxusvilla auf Eden Island vor Victoria
Zur
Miete kosten Wohnungen im Zentrum von Victoria zwischen 570 Euro für
ein kleines Studio und 1.500 Euro für einen Wohnung mit drei
Schlafzimmern. Statistisch jedenfalls. Rechnen Sie aber eher nicht
damit, dass Sie als Ausländer so leicht etwas an diesen genannten
Untergrenzen finden.
Wenn Sie bei einem Makler reinsehen, liegen die Mietpreise schon eher
bei 1.250 Dollar aufwärts. 250 bis 450 Dollar pro Nacht und mehr sind
aber auch keine Seltenheit. Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise,
und Immobilien sind bei der dichten Besiedlung und den relativ hohen
Umweltstandards knapp.
Damit ist der Gipfel noch lange nicht erreicht. Die höchsten Preise,
von einzelnen Sahnestücken mal abgesehen, sind auf Eden Island
aufgerufen, einer künstlichen Insel in der Hafenbucht von Victoria.
Hier gibt es Apartments mit einem bis drei Schlafzimmern (455.000 bis
895.000 Dollar), Reihen- und Doppelhäuser ab 1,25 Mio. und freistehende
Villen ab etwa 3 Mio. Dollar (https://www.edenisland.sc/).
Im Preis drin ist ein Elektroauto für die Insel, ein Bad für jedes
einzelne Schlafzimmer, eine teure Küche von Miele und anstelle einer
Garage die Marina direkt vor der Haustür – was bedeutet, dass so ein
Kauf nur dann wirklich Sinn macht, wenn Sie noch mindestens eine
Million oder so für einen kleine Yacht übrig haben.
Immerhin soll der Kauf einer Immobilie auf Eden Island zur
unbefristeten Aufenthaltserlaubnis berechtigen. Wer sich also hier zur
Ruhe setzen will, braucht schon eine Politiker-Pension, das
Schweigegeld eines pensionierten Bänkers oder etwas in der Art.
Posititv auf den Seychellen: Einkommen aus dem Ausland ist steuerfrei.
Machen Sie kein kleines Vermögen, indem Sie ein großes mitbringen
Wer sich als Unternehmer betätigen will, sollte wissen, dass sich die
Seychellen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1993 notgedrungen
nach Westen orientierten, die kommunistische Mentalität aber noch in
den Köpfen einiger Machthaber verankert ist. Praktisch äußert sich das
in diversen Staatsunternehmen („Parastatals“), die noch in der 90er
Jahren gegründet wurden und in vielen Branchen privaten Firmen
Konkurrenz machen. Es heißt, die Staatsbetriebe würden verkauft, aber
noch sind nicht alle verschwunden. Achten Sie also darauf, wie es in
Ihrer Branche aussieht, falls Sie Pläne in der Richtung haben. Mit dem
Staat als Konkurrenten dürfte Ihre Chance hoch sein, am Ende als
Verlierer dazustehen.
Ausländische Investitionen sind genehmigungspflichtig. Die Regierung
will vermeiden, dass Ausländer in Branchen konkurrieren, die
erfolgreich von Seychellois betrieben werden. Damit sind familiäre
Gästehäuser gemeint, Taxi- und Mietwagenfirmen, die Küstenfischerei
oder kreolische Restaurants.
Willkommen sind Investitionen in Branchen, die es bisher auf den
Seychellen nicht gibt, oder in große Projekte wie neue Luxushotels oder
den Bau von Solaranlagen. Immerhin dürfen Gewinne ins Ausland
transferiert werden.
AUCH INTERESSANT:
Länder & Orte, die Zuwanderer bezahlen & belohnen
Spurlos verschwinden
Nie mehr Probleme
Fast umsonst reisen als Hidden Travel Ninja
Einzigartig: Lexikon "Medizin-Tourismus"
|
|
|