Wird
Bitcoin zum Krypto-Gold?
Von Sascha Opel
Viele Zweifel an der
Zukunft von Bitcoin: als Zahlungsmittel zu volatil, zu teuer,zu langsam
– wird es jetzt zum Krypto-Gold?
Ich schreibe diesen
Text am Miami Airport während der 3 Stunden Verspätung meines
Lufthansa-Fluges, um die Eindrücke der North American Bitcoin
Conference festzuhalten, an der vor 6 Jahren 35 Leute teilnahmen und
diesmal 4.000! Wer ohne Vorkenntnisse kam, glaubte vermutlich, er sei
in einem Paralleluniversum gelandet. Das Papiergeld (Fiat-Money) der
Zentralbanken kommt in diesem Krypto-Universum nicht mehr vor. Die
frühen Freaks der Szene, die Bitcoins für wenige Cents erworben oder
per Mining erschaffen haben, sind überzeugt, dass Banken und
Zentralbanken in ein paar Jahren überflüssig sind und wir erst am
Anfang dieser Revolution stehen. Der ultralibertäte Anarcho-Kapitalist
Jeff Berwick brachte die Grundidee auf den Punkt: Die Macht über Geld
und Geldschöpfung zurück in die Hände der Menschen geben…
Zentralbanken und das System der Geldschöpfung haben zu Kriegen,
Inflationen und Ungleichheit auf der Welt geführt. Milliarden von
Menschen haben keinen Zugang zum internationalen Bankensystem, während
viele Arme, selbst in Afrika, heute ein Smartphone besitzen. Dieses
Smartphone ist die Eintrittskarte ins Krypto-System, und mit
Krypto-Währungen würde künftig keiner mehr ein Bankensystem benötigen.
Ihr Bankkonto haben Sie mit Ihrer Wallet immer bei sich, jeder ist
dadurch seine eigene Bank.
Rothschild sagte einst sinngemäß, es sei egal, wer gerade regiert. Wer
das Geldsystem kontrolliert, kontrolliere jede Regierung. Würden alle
Menschen in dezentrales Krypto-Geld flüchten, würde der Einfluss der
Zentralbanken und die Abhängigkeit der Regierungen von den
Geldschöpfern Geschichte. Das war die große Vision – und bei den
meisten Bitcoin-Nutzern der Frühzeit ist sie es immer noch.
Wie die
Blockchain-Technologie die Dritte Welt auf Vordermann bringt
Wie die Blockchain-Technologie unterentwickelte Länder aus der
Armutsfalle führen könnte, erklärte Bitcoin-Ikone Charlie Shrem. Das
größte Problem in weiten Teilen Afrikas und auch Südamerikas sei es,
dass es keine gesicherten Eigentumsrechte gebe. Viele Kleinbauern in
Afrika bewirtschaften Land, das ihnen offiziell nicht gehört. Dabei ist
historisch nachweisbar, dass Eigentum ein Land und eine Wirtschaft
prosperieren lasse. Peru sei von einer starken Wachstumswelle erfasst
worden, als die Regierung in einer Bodenreform auf Gewohnheitsrecht
basiertes Land in gesichertes Eigentum umwandelte.
Würden Eigentumsrechte in einer dezentralen Blockchain gespeichert,
könnte dies keine neue Regierung manipulieren, weil die Informationen
weltweit dezentral auf Millionen Rechnern gelagert wären.
Zwei bis drei Milliarden Menschen in Armut würden durchaus Assets
besitzen – sei es Land, landwirtschaftliche Produkte oder was diese
Menschen sonst produzieren – aber diese Assets hätten keinen
angemessenen Wert, weil sie nicht gesichert seien und ihre Erzeuger
keinen Zugang zum Bankensystem erhielten. Dabei sei bereits
nachgewiesen, dass selbst ungesicherte Kleinkredite in Emerging Markets
wie Indien kleine Wunder bewirken können. Mit hoher Rechtssicherheit
durch nicht manipulierbare Blockchain-Lösungen und der Ausschaltung von
Bankensystem und Korruption wäre die Grundlage für ein großes
Wirtschaftswunder in der Dritten Welt geschaffen.
Eine unbestechliche, dezentrale Technik wie Blockchain könnte den
Glauben an Regierungen und Institutionen ersetzen. Wenn jeder seine
eigene Bank wäre, könnten wir von einer revolutionären Zeitenwende
sprechen. Blockchain-Lösungen würden nach und nach die Wirtschaft
umkrempeln. Galt bis vor kurzem, was digitalisiert werden kann, wird
digitalisiert, so heißt es künftig, was dezentralisiert werden kann
wird dezentralisiert werden. Alle Geschäftsmodelle, die heute noch
Mittelsmänner, Vermittler und andere Zwischenstellen aufweisen, werden
angegriffen.
Beim Kauf von
Blockchain-Start-ups führt an Ethereum kaum ein Weg vorbei
Was macht den Wert einer Kryptowährung aus? Was macht Bitcoin wertvoll?
Die Antwort ist nicht einfach zu finden, da Bitcoins und andere
Krypto-Währungen weder an einen Rohstoff noch an angeblich
vertrauenswürdige Institutionen wie Zentralbanken gekoppelt sind.
Die beste Begründung mag erst auf den zweiten Blick überzeugen: Weil es
ein einzigartiger Service ist! Der Wert dieses Service ist die
Tatsache, dass es die erste Weltwährung ohne Zwischenstellen ist, die
ohne Banken und Zentralbanken auskommt. Erstmals ist es möglich,
außerhalb des Zentralbankensystems zu lagern, ohne dafür z.B. auf Gold
oder Silber ausweichen zu müssen.
Bitcoin und Ethereum sind zudem Eintrittskarten in die Krypto-Welt. Da
wir weiter von einem exponentiellen Wachstum des Sektors ausgehen (weil
alle zentral gesteuerten Geschäftsmodell durch dezentrale
Token-Lösungen mit eigenen Krypto-Währungen angegriffen werden – ich
rechne mit Tausenden weiteren Krypto-Währungen und ICOs in den nächsten
5 Jahren), sind Untergangs-Szenarien für Bitcoin und Ethereum
unrealistisch. Gerade an Ethereum führt kaum ein Weg vorbei, da viele
neue Coins auf deren ERC-20-Token aufbauen.
Eintritt in die
Krypto-Welt löst automatisch Nachfrage nach Ethereum aus
ERC-20 ist offizieller Ethereum-Standard, der von Fabian Vogelsteller
und Vitalik Buterin 2015 veröffentlicht wurde. Er ermöglicht unter
anderem, bestehende zentrale Geschäfte durch individuelle Smart
Contracts anzugreifen. Grob erklärt sind Smart Contracts
Wenn-dann-Regeln, die festlegen, welche Aktivität ausgeführt wird, wenn
ein bestimmtes Ereignis eintritt. Sie legen zum Beispiel fest, wie ein
Transfer der Token stattfindet und sorgen dafür, dass die Guthaben der
einzelnen Nutzer gespeichert werden.
Immer mehr ICOs nutzen diese ERC-20-Token, so dass die Eintrittskarte
in die Kryptowelt zwangsweise eine hohe Nachfrage nach Ethereum zur
Folge hat. Wer bei einem ERC-20-basierten ICO mitmachen will, muss
Ethereum besitzen. Die Smart Contracts und ICO-Möglichkeiten der
Krypto-Währung Ethereum erklären den Aufstieg ähnlicher Kryptos oder
Blockchain-Lösungen wie Cardano, NEM oder des chinesischen Ethereum
NEO. Auch auf deren Blockchain lassen sich eigene Geschäftsmodelle mit
eigenen Coins verwirklichen.
Jede neue
Technologie rief schon immer viele Skeptiker auf den Plan
Ist das Ganze eine Blase? Einige der klügsten Köpfe der
Finanzindustrie, wie Warren Buffett, sind strikt gegen Kryptos. Aber es
ist üblich, dass neuen Technologien zuerst skeptisch begegnet wird.
Buffett war auch 1998 ein Skeptiker bei Internetaktien und ärgert sich
heute, dass er nicht in Amazon investiert hat, als ihm das angeboten
wurde.
Auch bei der Umstellung vom Pferd aufs Auto oder beim Aufkommen der
Eisenbahnen gab es Skeptiker. Wenn jedoch eine Idee aktuelle
Geschäftsmodelle unnötig macht, wird diese Zerstörung nicht linear
ablaufen, sondern exponentiell. Unser menschliches Denken ist jedoch
nicht für eine exponentielle Denkweise geschaffen. Niemand konnte sich
1985 vorstellen, dass ein PC einmal ein Gigabyte Speicherplatz haben
könnte. Da mussten Sie für eine 20-Megabyte-Festplatte 4.000 DM auf den
Tisch legen, oder 104.000 Mark für ein Gigabyte.
Heute hat ein iPhone 128 Gigabyte Speicher, was damals 13,3 Millionen
gekostet hätte. Was ich damit sagen will: Das 2017 einsetzende
exponentielle Wachstum von Kryptos und Blockchains ist womöglich nur
ein Vorgeschmack dessen, was uns die nächsten Jahre erwartet. Wurden
2016 knapp 100 Millionen Dollar in neue Blockchains und Kryptos
investiert, waren es 2017 schon 3,6 Milliarden. Die
Marktkapitalisierung explodierte auf 500 Milliarden Dollar. Wer will
dagegen wetten, dass es in ein paar Jahren nicht 5, 10 oder 50
Billionen sind?
Größtes Problem der Branche ist aktuell der Mangel an Entwicklern. Das
bremst das Wachstum aus. Auf 14 freie Stellen kommt nur ein Entwickler.
Der Kampf um die besten Köpfe war in Miami ein wichtiges Thema. Viele
Projekte liegen auf Eis oder kommen nur schleppend voran, weil es an
Fachleuten fehlt. Jetzt hat Jason King die erste Blockchain Academy
(„School of Blockchain”) gegründet. Diese gab die Übernahme der
bulgarischen Software University http://www.softuni.bg/ bekannt, wo
einige der besten Blockchain-Entwickler studieren.
Die Praxis zeigt,
dass von den Bitcoin-Zielen bisher keines erreicht wurde
Einige Bitcoin-Pioniere sahen den Absturz von 20.000 auf unter 10.000
Dollar, der jetzt die Märkte erschütterte, als heilsam an, um die
Community aufzuwecken. Jeremy Gardener, Bitcoin-Multimillionär und
Gründer des Blockchain Education Network, stellt klar:
- Ist Bitcoin
oder eine andere Krypto-Währung bereits Standard bei der Bezahlung im
Web? Nein!
- Gibt es
aktuell eine Krypto-Währung, die wirklich einfach, sicher, wenig
volatil und somit planbar zu nutzen ist? Nein!
- Sind
Blockchain-Lösungen schon das entscheidende Tool für diejenigen, die
keinen Bankzugang haben? Kaum!
- Was ist mit
der Idee für Blockchain-basierte und fälschungssichere Wahlen? Kommt
irgendwann…
- Gibt es
irgendeine Lösung, die viele Menschen nutzen? Ja, mit Bitcoin einen
Kaffee für 3 Dollar bezahlen und dafür 50 Dollar Transaktionsgebühr
zahlen.
- Gibt es
irgendeine Blockchain-Lösung, die wir täglich nutzen bzw. die uns einen
Nutzen bringt? Bisher keine einzige!
Gardeners
Lösungsansatz für die Zukunft und sein Rat an die Community: Niemand
soll sich von Gier und kurzfristigen Gewinnen blenden lassen – und
stattdessen anfangen, in die besten Teams und Technologien zu
investieren, und nicht auf die besten Vermarkter irgendwelcher
Shitcoins hereinfallen. Zudem ermunterte er alle Investoren, in
Start-ups aus dem Sektor zu investieren und aktiv die Krypto-Bildung
von Bekannten und Verwandten anzugehen. Nur wenn viele Menschen die
Vorteile dezentraler Währungen erkennen, könne sich die Technologie
etablieren.
Kommt es bei einem
Bankrun künftig zur Flucht in Gold und Bitcoin?
Der Absturz sei ein Warnsignal für alle, die gierig auf den Zug
aufgesprungen waren. Profi-Tools, die institutionelle Anleger seit
Einführung der Bitcoin-Futures nutzen, fördern die Volatilität.
Gardener sieht die Vision eines globalen Zahlungssystems, das Banken
überflüssig macht, in Gefahr. Eine Währung, die um ein Drittel
einbricht, sei ungeeignet für den Kauf teurer Produkte. Nicht einmal
für einen Kaffee, wenn das System überlastet ist und Transaktion teuer.
Das Bitcoin-System sei nichts für den Massenmarkt. Da die Entwickler
sich nicht einig sind, wie sie es reformieren, droht Stillstand. Ein
Risiko für den Bitcoin sei, dass seine Blockchain schwerfällig, nicht
reformierbar und energiefressend ist.
Die Idee der Blockchain wird auf jeden Fall überleben und hat bereits
zu effizienteren Anwendungen geführt. Ist damit Bitcoin am Ende? Auch
hier ein klares Nein! Sollte sich keine Lösung der Probleme finden,
könnte Bitcoin als digitales Gold übrigbleiben. Mit Gold bezahlen wir
ja auch nicht. Viele horten es als eine Art Versicherung gegen das
Bankensystem. Gehen Banken und Staaten unter, Gold bleibt! Eventuell
heißt es irgendwann, „Gold und Bitcoin bleiben“.
Für mich ist vorstellbar, dass in turbulenten Zeiten von Banken- oder
Staatspleiten künftig die Flucht in Bitcoin ebenso normal sein wird,
wie die Flucht in Bargeld (wird immer mehr erschwert) oder Gold.
Dash als
Zahlungsmittel - und IOTA kann zum Überflieger werden
Für Bitcoin und den Gesamtmarkt ist die Unsicherheit nicht
ausgestanden, weshalb wir uns eher auf einzelne Aktien konzentrieren.
Bevor kein echter Boden besteht, der die technische Trendwende
untermauert, bleibt es ein Tradingmarkt für Zocker. Ein Überblick:
Dash: Das Team von Dash hat in Miami überzeugt. Auch wenn der Kurs
technisch nicht den besten Eindruck macht, sehe ich Dash als
potenziellen Gewinner den technischen Bitcoin-Schwächen. Niedrige
Transaktionsgebühren, höhere Skalierung und ein immer größeres
Marketing-Budgetbewirken, dass Onlinehändler eher Dash als Bitcoin als
Zahlung akzeptieren. Markttechnisch liegt Dash zwischen 600 und 700
Dollar in guter Unterstützung. Hier würde ich kaufen, wenn ich noch
keine Dash hätte. Hier meine Blockchain-Aktien:
BTI Group (A2ARFV / BTI) seit 22.09.17: aktuell 8,05 Euro
Midpoint (A1W1TW / MPT) seit 13.10.17, aktuell: 0,17 Euro
Datametrex (A2DYNS/ DM) seit 30.10.17, aktuell: 0,24 Euro
Big Blockchain Intelligence (A2JSKG / BIGG) seit 17.01.17, aktuell:
1,05 Euro
Bitcoin-Zertifikat (VN5MJG) seit 21.07.17, aktuell 872 Euro.
Meine Krypto-Währungen:
Ethereum (ETH) seit 01.04.17, aktuell 955 Dollar
Iota (IOTA) seit 01.11.17, aktuell 2,45 Dollar
Ripple (XRP) seit 07.11.17, aktuell 1,33 Dollar (75% verkauft)
Dash (DASH) seit 13.11.17, aktuell 755 Dollar
Alle Aktien sind Haltepositionen. Big Blockchain ist weiter ein Kauf.
Auch BTL Group ist ein Kauf für alle, die noch nicht dabei sind.
Krypto-Währungen: Die Reduzierung von Ripple auf 25% der ersten
Position war richtig.
IOTA hat ein Hacker-Problem. Wird es gelöst, kann IOTA zum Überflieger
werden. Wer an die Technologie glaubt, kauft und lässt IOTA einfach
liegen.
NEU!
Blockchain-Raketen – hier gibt’s Ihr Gratis-Exemplar
Sascha Opel hat auf die technische Entwicklung reagiert und gibt jetzt
außer seinen „Rohstoffraketen“ den Brief „Blockchain-Raketen“ heraus,
mit allen Infos, die Sie in unserer Zeit brauchen, um über
Entwicklungen und Chancen von Bitcoin & Co. auf dem Laufenden zu
sein – und mit den richtigen Entscheidungen unverhältnismäßig hohe
Gewinne zu machen! Ist „Blockchain-Raketen“ etwas für Sie? Das finden
Sie am besten heraus, wenn Sie sich eine der ersten Ausgaben ansehen –
und damit Sie nichts riskieren und nicht lange überlegen, gibt es
dieses Probeexemplar ausnahmsweise kostenlos. Schicken Sie dazu einfach
ein formloses Email an die Adresse info@coin-sl.com
AUCH
INTERESSANT:
Enorme
Wertsteigerungen von ICOs
Die Blockchain-Blase
wird platzen - aber vorher ist noch viel Geld zu verdienen
|
|
|