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30 Jahre DAX


30 Jahre wird der DAX am 1. Juli. Ein Grund zum Feiern? Ja. Gestartet ist der meist beachtete deutschen Aktienindex am 1.7.1988 bei etwa 1.164 Punkten. Mittlerweile hat er sich auf über 12.000 Zähler gehangelt. Das entspricht trotz zahlreicher massiver Einbrüche wie in 1987, 1998, 2000 und 2008 einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von etwa 8 Prozent.

Was Ihnen die meisten Medien allerdings verschweigen, ist die Tatsache, dass der DAX als sogenannter Performance-Index berechnet wird. Dividenden werden einfach unversteuert in den Index  hereingerechnet und Gebühren sowie Steuern einfach ignoriert. Der „immer steigende“ DAX ist also ein nützliches Marketinginstrument der Deutschen Börse AG.

Wer jedoch die Ausschüttungen verfrühstückt hat und nicht wieder in den Index reinvestierte, kommt nur auf eine Rendite von etwa 6 % p. a.; der DAX notiert dann auch nicht bei 12.000, sondern nur bei knapp 5.800.

Noch krasser sieht die Rechnung aus, wenn die Inflation berücksichtigt wird. Bei einem echten Kaufkraftvergleich notiert der DAX dann nur noch bei etwa 4.000 Punkten. Immerhin besser als jede andere Geldanlage.

Mit den Zahlen wollen wir unseren Leserfreunden verdeutlichen, dass sie sich nicht von den in den Medien breitgetretenen Halbwahrheiten aufs Glatteis führen lassen sollen. Was zählt, ist letztendlich das, was unter dem Strich auf Ihrem Konto als Kaufkraft übrigbleibt. Und das ist meist weniger, als die schöngerechneten Fonds- und Derivateprospekte aufzeigen.

Haben Sie dagegen das Geldbrief TOP-TEN-Depot nachgebildet, konnten Sie echte 10,95 % im Jahresschnitt seit dem Start im Jahr 1991 an Land ziehen, und zwar nach Abzug der Transaktionskosten und der Bankgebühren – allerdings ohne Berücksichtigung der individuellen Besteuerung.

Ob 6, 8 oder 11 Prozent, mögen viele jetzt denken, macht doch eigentlich nicht viel Unterschied?
Macht es doch, und das liegt am „Zinseszinseffekt“. Haben Sie eine Vorstellung davon, wo der DAX heute stehen würde, wenn er sich genau so gut wie das Musterdepot TOP TEN des Geldbriefs entwickelt hätte? Wir geben Ihnen die Antwort: Der DAX stünde nicht bei 12.000, sondern bei über 26.500 Punkten, wobei wir die Kosten für den Ein- und Ausstieg bereits berücksichtigt haben, die ja im DAX nicht berücksichtigt werden.

Ob sich ein Geldbrief-Abonnement für Sie letztendlich lohnt, können Sie jetzt vielleicht besser beurteilen.

Hand aufs Herz. Haben Sie in den vergangenen Jahren vielleicht in deutsche Aktienfonds investiert, um die Risiken eines Einzelinvestments zu reduzieren? Dann dürfte Sie im Schnitt nur im besten Fall ebenfalls in etwa so viel verdient haben (6-8 Prozent im Jahresschnitt), wie der Index auf die Waage bringt. Doch etwa 95 Prozent der Fonds lohnen sich langfristig wegen schlechterer Ergebnisse nicht, auch wenn Ihnen immer wieder etwas anderes vorgegaukelt wird. Die Zahlen haben wir übrigens vom Branchenverband der Fondsindustrie, dem BVI, übernommen - und in dem Zahlenwerk sind noch nicht einmal alle Kosten berücksichtigt.

In den Geldbrief-Depots dagegen schon. Und wir schafften, was offenbar den meisten sich als Profis bezeichnenden Investoren nicht gelingt, nämlich den Markt dauerhaft zu schlagen. Dabei müssen wir allerdings auch immer wieder Rückschläge bei unseren Engagements hinnehmen. Nicht jedes Einzelengagement hat sich positiv entwickelt. Doch unterm Strich haben sich die Gewinne gelohnt. Wir agieren ja nicht als Hellseher, sondern als aufmerksame und ehrliche Beobachter.

Bei den meisten Fonds ist das nicht der Fall. Sie sind interessengebunden und verhalten sich meist zu passiv, oft auch aus Angst, dem Markt hinterherzuhinken.

Auch ein weiterer Umstand ist bei der Analyse der DAX-Entwicklung nicht zu unterschlagen. Von den 30 im Index enthaltenen Werten ist nur etwa die Hälfte der Aktien von Anfang an ununterbrochen im Index. Die Hälfte der damals im Index befindlichen Titel ist ausgeschieden oder gar ganz von der Bildfläche verschwunden. Die daraus resultierende Veränderung der Gewichtung der Branchen hat die Kursentwicklung beeinflusst, manche sagen sogar verfälscht.

Erinnern Sie sich noch an die Situation zur Jahrtausendwende? Damals machten wenige Aktien wie die Deutsche Telekom und andere Techwerte einen Großteil des Indexgewichts aus. Im Klartext: Auch die Gewichtung der Einzeltitel oder von Branchen beeinflusst die Kursentwicklung maßgeblich mit. Ziel der DAX-Erfinder bleibt, ein hedonistisches Bild der deutschen Börsenlandschaft unters Volk zu bringen.

In den zurückliegenden 30 Jahren beendete der DAX das Kalenderjahr übrigens 22 Mal im Gewinn, nur in 8 Jahren wurden rote Zahlen ausgewiesen. Die längste Verlustphase dauerte dabei übrigens 3 Jahre (2000 bis 2003).

Sie sehen also, langfristiges Investieren hat sich gelohnt, auch wenn man selbst keine Umschichtungen vornimmt. Dabei müssen Sie gelegentlich Geduld gleich Zeit und gute Nerven mitbringen.

Auch im Vergleich zu anderen Anlageformen hat der DAX übrigens gut abgeschnitten und deutlich mehr Rendite gebracht als Staatsanleihen und sogar gut 6 Mal so viel Ertrag wie Gold – man höre und staune.

Konzentrieren Sie sich bei der Aktienauswahl allerdings nicht nur am DAX. In den vergangenen 3 Jahrzehnten hat beispielsweise der Technologie-Index Nasdaq100 etwa dreimal so stark zugelegt wie der DAX. Ein wenig über den Tellerrand zu schauen lohnt sich also. Wer nur „national“ investiert, verpasst viele Chancen.

Und schließlich gilt es, die richtigen Einzeltitel zu finden, die besser als der Index abschneiden. Nur so – in Verbindung mit günstigen Einstiegskursen und optimalen Verkaufspreisen – lassen sich Überrenditen erzielen, auch wenn das bei manchen Einzeltiteln nicht immer gelingt.

Hans-Peter Holbach, Herausgeber
Geldbrief

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