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Wie agieren die Superreichen in dieser Corona-Krise?


Wie agieren eigentlich die Superreichen in diesen hochvolatilen Aktienmärkten? Für Privatanleger kann es sich auszahlen, die Transaktionen der gewieften Strategen mit jahrzehntelanger Börsenerfahrung genau zu verfolgen.

Der legendäre US-Fondsmanager Bill Miller (Jahrgang 1950) bezeichnete den „Corona-Crash“ schon Mitte März als „one of my five lifetime buying opportunities“. In die gleiche Kerbe schlägt Nelson Peltz (Jahrgang 1942). Der Milliardär und aktivistische Investor hält unter anderem größere Aktienpakete bei Procter & Gamble, Mondelez sowie Wendy’s. Peltz baut schon seit Wochen neue Positionen am Aktienmarkt auf und sieht eher ein anderes „Risikoszenario“. Sobald sich andeute, dass in absehbarer Zeit ein Impfstoff gegen COVID-19 verfügbar sei, könne es zu einem riesigen Short-Squeeze kommen. Dann müssen sich alle Leerverkäufer eindecken und für ihre Käufe jeden Preis zahlen!

Der wesentlich jüngere, aber nicht minder renommierte Hedgefondsmanager Bill Ackman (Grossaktionär bei der Hotelkette Marriott) verfolgte offensichtlich eine subtilere Strategie. In einem Live-Interview des US-Fernsehsenders CNBC am 18. März – wenige Tage vor der Bodenbildung im Dow-Jones-Index – sah er die USA auf dem Weg in den Abgrund mit hunderttausenden Toten. Hotelaktien könnten deshalb bald völlig wertlos sein. Nur wenige Minuten später gab er zu, bei den fallenden Kursen Marriott-Aktien zuzukaufen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Doch was macht eigentlich Warren Buffett? Der viertreichste Mann der Welt gibt in der Corona-Zeit Rätsel auf. Nicht wenige Experten hatten mit einem Mega-Deal gerechnet, doch der bleibt bislang aus. Hat ihn sein Näschen verlassen oder weiß er mehr als andere?

Fakt ist: Buffett hat zuletzt sogar noch mehr Liquidität durch Verkäufe aufgehäuft. Sein Kassenbestand dürfte inzwischen auf mehr als 140 Milliarden Dollar angewachsen sein. Schaut man sich die Liste seiner Verkäufe genauer an, wird man stutzig. So trennte sich der illustre Investor von all seinen Beteiligungen an den vier großen US-Luftfahrtgesellschaften. Auch die Aktienpakete an der US-Großbank Goldman Sachs, dem Versicherer Travelers sowie dem Ölkonzern Phillips 66 stieß er komplett ab.

Unsere Schlussfolgerung: Buffett verabschiedet sich von Geschäftsmodellen, die sich in Zukunft überholt haben. Letztlich optimiert er damit sein Portfolio, indem er Ballast abwirft. Mit dem riesigen Cashbestand hat er einen Puffer aufgebaut, falls – wie er wohl hofft – die alten Tiefststände noch einmal getestet werden. Ob er wirklich dann welche Aktien kauft? Seine Jünger warten darauf und erhoffen sich danach höhere Kurse…

Übertragen auf den „kleinen“ Privatanleger heißt das: Stellen auch Sie Ihr Aktiendepot auf den Prüfstand und richten Sie es mit Perspektive 2030 aus. Auf Öl- und Bankaktien können Sie getrost verzichten. Nicht dagegen auf Technologieaktien und Aktien aus dem Gesundheitssektor (Pharma und Medizintechnik). Hinzu kommen krisensichere Titel von Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs (consumer staples) herstellen.

Mit minimalem Aufwand – will sagen zwei ETFs – haben wir so bereits das Grundgerüst unseres ETF-Depots gebaut. Hinzu kommen im TOP-TEN-Depot ausgewählte Industrieaktien, die in einer modernen Industriegesellschaft nicht fehlen dürfen.

So als ob nichts gewesen wäre, absolvierten die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen eine Klettertour, die viele Investoren überrascht hat. Regnete es noch vor wenigen Wochen Weltuntergangsszenarien aus dem Blätterwald der Medienlandschaft, herrscht jetzt offenbar wieder ausgelassene Partystimmung – wenn auch nur auf Distanz. Es scheint, als ob die Kursdelle im ersten Quartal bereits ausgestanden wäre und die Märkte wieder in ein Bull-Szenario mit weiter steigenden Notierungen umgeschwenkt wären.

Eingeladen zu dieser Party haben die Notenbanken, die den Geldhahn wieder bis zum Anschlag aufgedreht haben und die in Zwangsquarantäne versetzte Konjunkturlandschaft mit üppigen Aufbauspritzen neu beleben wollen. Kurz gesagt: Nach dem schnellsten Ausverkauf in der Börsengeschichte hat praktisch nahtlos der rascheste Kursaufschwung eingesetzt und die technologie- und pharmagetriebenen Aktien mittlerweile schon fast auf das Allzeithoch vom Februar gehievt. Dem Nasdaq-100-Index fehlen jetzt nur noch etwa 3 Prozent bis zum Februar-Gipfel.

Einige Profiteure der in Schockstarre versetzten Wirtschaft wie Amazon oder Netflix liegen inzwischen wieder auf einem Rekordhoch und waren vom Abschwung ohnehin kaum oder gar nicht betroffen. Schöne heile Welt also wieder für uns Aktienanleger!

Ganz so unproblematisch ist der Gipfelsturm allerdings nicht. Die beste technische Kondition weisen derzeit die Aktienmärkte in den USA und in Japan auf. Am schlechtesten sieht es in Europa und den aufstrebenden Märkten aus. Zumindest, wenn man die Breite der Aufwärtsbewegung analysiert. Kurz gesagt: In Japan wurde die Aufwärtsbewegung durch die meisten Werte unterstützt, während der Höhenflug in Europa auf eher dünnem Eis stattgefunden hat. Deutlich wird das bei einem genauen Blick auf die Breite der Bewegung anhand der Branchen und Einzelunternehmen. Bei den europäischen Branchen liegt derzeit nur eine von insgesamt 19 seit Jahresbeginn im Plus. Alle anderen Sektoren sind immer noch im Minus.

Die Gesundheitsbranche hatten (und haben) wir immer noch deutlich übergewichtet. Am schwächsten sieht es in den Emerging Markets und im Bankensektor aus. Hier analysieren wir bereits die ersten möglichen Kaufkandidaten.

Was die Dividendenentwicklung angeht, ist derzeit nicht alles Gold, was glänzt. Noch zu Jahresbeginn trommelten einschlägige Medien zum Einstieg in Dividendenaktien und Dividendenfonds. Eine neue Rekord-Dividendensumme wurde für dieses Jahr erwartet. Dass Dividenden aber keineswegs zwingend die neuen Zinsen sind, haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder dargelegt. Denn es kommt nicht auf die Höhe der Ausschüttungen an, sondern auf die Kontinuität und Verlässlichkeit der Unternehmensgewinne.

Zudem muss darauf geachtet werden, dass die Beträge nicht aus der Substanz erfolgen und Zuwendungen nicht durch eine Erosion des Aktienkurses wieder egalisiert werden.

Die Zwangsstilllegung der Weltwirtschaft scheint jetzt auch die ersten Auswirkungen auf die Ausschüttungspraktiken zu haben. Von den 160 Werten aus dem DAX-, MDAX- und SDAX-Universum werden 14 Prozent Kürzungen oder eine Komplettstreichung vornehmen. Bei den Gesellschaften aus dem STOXX-600-Index sind sogar 23,5 Prozent von Einschnitten betroffen. Im Herbst werden es noch mehr werden.

In unseren Geldbrief-Depots, alle Echtgeld-Depots, legen wir deshalb großen Wert auf solide Unternehmen, die auch einem Sturm standhalten können und bei Verwerfungen nicht gleich nach dem Staat rufen. Unternehmen mit entsprechendem Kapitalpolster werden die aktuelle Krise meistern und sogar gestärkt aus dem Ausleseprozess hervorgehen. Gesellschaften mit heißer Luft in der Bilanz werden vom Markt verschwinden und haben in einem soliden Depot nichts zu suchen. Deshalb nochmals: Checken Sie Ihre Depots. Schichten Sie in die ausgesuchten und von uns täglich beobachten Titel der Geldbrief-Echtgeld-Depots um.

Eine Anmerkung möchten wir uns noch zum Abschneiden der Aktienindizes und der Verwendung von Performance-Zahlen erlauben. Klammert man den Dividendeneffekt aus, liegt der DAX heute in etwa auf dem Niveau vom Sommer 1998. Im Klartext: Kaufen und Liegenlassen ist keine Anlagestrategie, sondern selbstverschuldete Kapitalvernichtung. Auch die europäischen Märkte brachten in den zurückliegenden 10 Jahren so gut wie keinen Wertzuwachs.

Schlussfolgerung: Wie bei der Essenszubereitung kommt es auch bei der Geldanlage auf die Zutaten und die Mischung an. Streuen Sie Ihrem Depot deshalb keine faulen Eier oder andere schlechte Zutaten bei. Was in ein solides Depot gehört, können Sie regelmäßig im Geldbrief lesen.

Mit freundlichen Grüssen
Ihr Geldbrief
Hans-Peter Holbach, Herausgeber


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