Fußball-Aktien -
finanzieller
Aufstieg oder Abstieg?
Im
Fußball werden jedes Jahr Abermilliarden
Euro umgesetzt und viel Geld verdient. Seit Anfang der 1990er Jahre
gibt es Aktien
von großen Fußballvereinen an der Börse zu kaufen. Lässt sich auch
damit Geld machen?
Angefangen
hat es in England, dem
Mutterland des Fußballs. Dort gingen die ersten Profivereine an die
Börse. In
der Blütezeit waren 23 englische Clubs an der Londoner Börse notiert,
heute nur
noch Celtic Glasgow und FC Arsenal. Manchester United ist im August
2012 zwar zum
zweiten Mal an die Börse gegangen, diesmal aber in New York.
Insgesamt
sind derzeit 12 europäische Fußballklubs
aus sieben Ländern an einer Börse notiert (Weltweit: 31). Für sie gibt es sogar einen eigenen
Branchen-Index, den
Stoxx Europe Football Index. Eine Zeitlang stammte fast die Hälfte der Fußballaktien, die
Kursgewinne
erzielten, von den vier großen türkischen Vereinen. Das hat sich aber sehr verschoben. Ansonsten
sind
Kickeraktien eher umsatzschwach und eher ein Liebhaberobjekt für Fans.
Große
Hoffnungen auf regelmäßige Dividenden darf man sich auch nicht machen.
Aktuelle Kursnotierungen auf boese.de. Dort lässt sich auch die Performance des jeweiligen Aktienkurses über verschiedene Zeiträume ablesen. Gute Informationen auch hier.
Borussia
Dortmund: Seit
31.10.2000 einziger
deutscher Fußballverein an der Börse. Ausgabepreis: 11 Euro, der danach
aber bis unter 2 Euro fiel. Mit den Erfolgen unter Trainer Jürgen Klopp
(2011 und 2012 zweimal hintereinander die
deutsche Meisterschaft und sogar das Double) langsame Kurserholung. Aktuell 3,48 Euro (Juni 2024), nachdem der Kurs im Februar 2019 immerhin wieder bei 7,60
Euro war, aber immer noch weit vom damaligen Ausgabepreis.
Dafür gibt
es seit 2013 eine Dividende.
Manchester
United: Seit
August 2011 wieder börsennotiert, wegen der amerikanischen Besitzer diesmal
in New
York.
FC Arsenal, London: Kaum Aktien verfügbar.
Ajax
Amsterdam: Niederländischer
Rekordmeister. Börsennotiert seit 1998, damals mit 14 Euro. Heutiger
Kurs: 15,05
Euro.
Olympique
Lyon: Seit
Februar 2007 an der Börse. Damaliger Verkaufspreis: 25,50 Euro.
Aktienkurs Februar 2019: ca. 3 Euro…
AS
Rom: Auch
hier ist der
Kurs von 3,73 Euro auf ca. 50 Cent gefallen.
Lazio
Rom: Börsengang
Februar 2004 mit 2,61 Euro, heutiger Kurs: ca. 1,13 Euro.
Juventus
Turin: Börsengang
2001 an der Mailänder Börse mit 3,70 Euro, heutiger Kurs: ca. 1,25. Die Juve-Aktien von Italiens Rekord- und Serienmeister sind am
27. Dezember 2018 in den Kreis der 40 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Italiens
aufgenommen worden.
Portugal: Die
beiden erfolgreichsten Vereine, Benfica Lissabon und FC Porto sind
beide
börsennotiert, allerdings bewegen sich diese Kickeraktien auch nur noch
im Bereich von unter 1 Euro.
Galatasaray
Istanbul: Börsengang
in 2002 mit 11 Euro, heutiger Kurs 16 Euro. Zwischendurch war die
Aktie sogar bis auf 55 Euro geklettert!
Fenerbahce
Istanbul: Börsengang
2004 mit 5,50 Euro, heutiger Kurs 16,30 Euro. Auch hier stieg der
Kurs bis Mai 2011 stark an (43 Euro).
In
einem Forschungsprojekt der TU
München wurde unlängst untersucht, wie sich sportliche Erfolge und
Misserfolge auf
den Aktienkurs auswirken. Beispielhaft wurde der Aktienkurs von
Borussia
Dortmund unter die Lupe genommen, immerhin sechs Spielzeiten lang.
Tatsächlich
besteht hier eine Wechselwirkung. Am ersten Handelstag nach einem Sieg
stieg
der Kurs um durchschnittlich 1,31 Prozentpunkte, bei einer Niederlage
fiel er
dagegen um durchschnittlich 2,83 Prozentpunkte. Das erklärt, warum die
BVB-Aktie langfristig mehr verloren hat, zumal auch Unentschieden an
der Börse
mit durchschnittlich 1,78 Prozentpunkten Verlust quittiert wurden.
Weitere Börsennotierte Fußballvereine
- Aarhus GF (Dänemark)
- Bröndby IF (Dänemark)
- Ruch Chorzow (Polen)
- Celtic Glasgow (Schottland)
- FC Kopenhagen (Dänemark)
- Silkeborg IF (Dänemark)
- AIK (Schweden)
- FK Tetek Tetovo (Mazedonien)
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