Weltneuheit: E-Residency in Estland
Estland
ist das nördlichste der drei baltischen Länder. Das kleine Land ist vor
allem in digitaler Hinsicht weltweit enorm vorbildhaft und hat äußerst
Interessantes zu bieten.
Wussten Sie,
dass die allseits bekannte kostenlose Internet-Telefonie Skype
ein ursprünglich estländisches Produkt ist? Einer der Gründer, Taavi
Kotka, ist heute stellvertretender Kanzler der Kommunikations- und
Informationssysteme des Wirtschaftsministeriums.
Oder wussten Sie,
dass Estland das einzige Land in ganz Europa ist, wo Internetzugang ein
Grundrecht ist? Folgerichtig kann jeder der ca. 1,3 Mio. Einwohner, der
keinen eigenen Computer hat, in über 700 öffentlichen Stellen wie z.B.
in Postämtern kostenlos im Internet surfen.
Übrigens ist in Estlands Hauptstadt Tallinn auch der öffentliche
Personennahverkehr seit 2013 kostenlos.
Die Weltneuheit:
E-Residency Im
Dezember 2014 hat Estland wieder etwas kreiert, das auf der ganzen Welt
noch
ohne gleichen ist und das sicherlich bald Nachahmer finden wird, weil
es dem digitalen Zeitalter entspricht: die E-Residency, was so viel wie
elektronischer Wohnsitz heißt. Es ist eine transnationale digitale
Identität, die jeder auf der Welt beantragen kann, um Zugang zu einer
Plattform zu erhalten, die auf Inklusion, Legitimität und Transparenz
basiert. Eine digitale Auswanderung sozusagen...
Dass hierfür Nachfrage besteht, zeigen die bisherigen mittlerweile
rund 25.000
E-Residenten. Der prominenteste unter ihnen ist kein Geringerer als
Shinzo Abe, der amtierende Premierminister Japans (!). Bis zum Jahr
2025 könnte es laut Taavi Kotka 10 Mio. E-Residenten geben, was ich
momentan noch für etwas über-ambitioniert halte. Etwa 1.500 Deutsche
haben eine e-Residence-Card.
Was ist eine
E-Residency?
Trotz seines Namens ist eine E-Residency keine
Online-Aufenthaltserlaubnis und schon gar nicht ein Weg, übers Internet
die estnische Staatbürgerschaft oder ein EU-Visum zu erwerben. Eine
E-Residency ist vielmehr eine transnationale digitale Identität
(einfacher als das deutsche Post-Ident-Verfahren).
Was lässt sich damit
anfangen?
Mit einer E-Residency können Personen aus aller Welt, die nicht in
Estland wohnen, vieles vereinfachen, wie etwa:
- ein
Unternehmen in Estland gründen und unternehmerisch tätig sein (das
estnische Unternehmenssteuerrecht besteuert keine thesaurierten
Gewinne, womit z.B. eine solche Firma oder Holding Kapitalanlagen
tätigen, in Edelmetalle investieren kann uvam.);
- junge
Freelancer, Gründer und
Start-ups kostengünstig ein rechtskonformes Unternehmen ohne die sonst
andernorts üblichen hohen Anfangskosten gründen können;
- die
estländische Steuererklärung kann man online einreichen; die Unternehmenssteuer in Estland beträgt 20%;
- man kann
digitale Signaturen erstellen;
- man kann
rechtsgültige Verträge online und ohne persönliches Erscheinen
abschließen (vorausgesetzt, der Vertragspartner hat ebenfalls eine
E-Residency);
- man kann
Dokumente verschlüsseln und übertragen;
- man kann das
regierungsamtliche
Portal nutzen; Estländisch muss man nicht können, es gibt auch eine
englische Version: https://e-resident.gov.ee/
- man kann
Bankkonten eröffnen.
Wie hoch sind die Gebühren?
Die Gebühren für eine estländische E-Residency betragen zurzeit
einmalig 100 US-Dollar. Die Gebühr für die Unternehmensgründung beträgt weitere 190 Euro. Die dazugehörige Webseite lautet: https://e-resident.gov.ee/start-a-company/;
Sie können aber auch dieses estländische Firmengründungsportal
beauftragen, wo auch zusätzliche Services in diesem Zusammenhang
buchbar sind: 1office.
Nach einer mehrwöchigen Bearbeitungszeit, in der eine Überprüfung der
Angaben durch Polizei und Grenzschutz erfolgt, bekommt man eine sog.
Smart ID Card, mit der die digitale Identifikation und Verifikation
durchgeführt werden kann. Die ID Card und das dazugehörige Lesegerät
muss in einer estländischen Botschaft abgeholt werden.
Die danach mögliche Unternehmensgründung dauert nach Angaben der
Regierung nur 18 Minuten. Innerhalb 24 Stunden bekommt man die
offizielle Bestätigung.
Viele Dinge des
täglichen Lebens regeln Sie von zuhause aus per Internet
Laut Leben im Ausland lässt sich E-Residency in
folgenden Bereichen anwenden:
- e-Business
Register ermöglicht es Unternehmern, innerhalb weniger Minuten eine
Gesellschaft zu gründen, ohne ein Amt oder einen Notar zu besuchen.
Alle eingehenden Informationen gehen ans zentrale Handelsregister, das
die Gründung innerhalb von meist 18 Minuten bestätigt (zum Vergleich Deutschland: eine Unternehmensgründung dauert ca. 75 Tage)!
- DigiDoc wird
in Estland genutzt, um Dokumente aller Art zu speichern und
auszutauschen.
- e-Tax: Damit
reichen Unternehmer und
Privatleute ihre Steuererklärungen ein, um möglichst wenig Flattax zu
bezahlen, die in Estland bei 21 Prozent liegt.
- e-Prescription
ist das papierlose, zentrale System, um regelmäßige medizinische
Verschreibungen zu vereinfachen.
- e-Health
Record führt Daten aller Anbieter von Gesundheitsdienstlungen zu einer
landesweiten Patientenliste zusammen.
- e-School
erlaubt Schülern, Lehrern und Eltern, beim Lernprozess
zusammenzuarbeiten.
- Mobile
Payment ermöglicht die schnelle und unkomplizierte Zahlung per Handy.
- Social
Welfare e-Services: Auch die
Sozialhilfe in Estland ist online geregelt. Kann sich deren Nutzer
keinen Computer leisten, geht er bei der Post gratis online.
- Location-based
Services: Seit 2000 wird der Standort jedes GSM-Handy, das einen Notruf
sendet, sofort exakt ermittelt.
Auslandsfirma mit Geschäftskonto
Immer mehr Menschen
arbeiten ortsunabhängig übers Internet. Eine Auslandsfirma zu gründen,
ist im Grunde kein Problem, es gibt viele Länder, die das ermöglichen
und unzählige Dienstleister, die es vermitteln können. Die große
Schwierigkeit ist aber, rechtssicher eine Auslandsfirma mit Bankkonto
zu bekommen. Hier bieten sich vor allem diese zwei Finanzdienstleister
an, wo Sie Ihr Konto bequem online von zuhause aus eröffnen können:
- Holvi
- Wise
UPDATE:
Interessantes Podcast zur aktuellen E-Residency in Estland >>Anhören
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